4ème Circuit des Crêtes Revival


Ein gutes Rennen & grobe Patzer…

Aywaille ist mittlerweile in der Enduro-Classic-Szene etabliert!

180 Starter fanden diesmal den Weg in die Wallonie und wurden nicht enttäuscht. Bestes Wetter mit reichlich Staub, Wurzeln, Steinen und eine schöne Gegend mitten in den Ardennen – da fährt man gerne Enduro.

Bereits am frühen Freitagmorgen war das im Schlosspark herrlich gelegene Fahrerlager gut gefüllt.

Und vorneweg: Die Enduro-Strecke samt Sonderprüfung darf sich mit den Top-Veranstaltungen vergleichen lassen!

Der Geländeanteil ist sehr hoch, die Auf- & Abfahrten sind knackig und mit Unmengen Geröll bedeckt; viele Singletrails bescherten Fahrspaß pur. Die Trialprüfung wurde sehr vereinfacht und war wohl für alle gut zu meistern. Die Beschleunigungsprüfung samt Bremsprobe gab´s auch.

Die Sonderprüfung am Ende der Runden war echt klasse!

Wieder im Industriegebiet gelegen, bot sie alles: Einige enge Kurven, viele Richtungswechsel, lange Geraden und mehrere Auf- & Abfahrten. Und wer genug Schwung mitbrachte und sich von einer durchschlagenden Gabel nicht schrecken ließ, konnte auch Sprünge üben – das war wirklich top!

Die Fahrzeiten lagen meist um die 4:00 Minuten bei den Youngtimern, viele Fahrer kamen unter vier Minuten in´s Ziel.

 

Besonders die Youngtimerklasse war gut besetzt mit über 40 Startern. Zwei- & Viertakter wurden hier gemeinsam gewertet.

Am Ende der zweiten Runde war diese SP zweimal zu fahren; so ermöglichte man mit wenig Aufwand eine weitere Wertungszeit und gönnte „uns“ erneuten Fahrspaß.

Die Hitze forderte schon vorher Tribut und so schafften es nicht alle Motoren bis ins Ziel. In einigen Fällen waren auch die Fahrer

völlig erschöpft. Gut, dass an den Zeitkontrollen Wasser angeboten wurde.

Leidiges Thema sind wie schon in den Vorjahren die langen Wartezeiten an den ZK.

Teils 30 bis 40 Minuten musste man ausharren.  Das ist völlig unnötig & wirklich sehr ärgerlich, vor allem bei diesem Wetter.

Die Streckenmarkierung war teils etwas sparsam ausgeführt und auf manchen Abfahrten kamen einigen Teilnehmern größere Gruppen Endurowanderer entgegen – gegen die Fahrtrichtung!

 

Mir ist ein unglaublich blöder Anfängerfehler unterlaufen…

Nach der üblichen guten Vorbereitung, dem mehrfachen Abgehen der SP, einem gemütlichen & leckeren Abendessen lief es wirklich gut – von einem heftigen Einschlag meinerseits mal abgesehen. Ich bekam in der ersten Auffahrt einen aufgeworfenen Knüppel ins Vorderrad und bin direkt über den Lenker abgeflogen – kopfüber in die Steine.

Nix kaputt, aber reichlich farbenprächtige Prellungen als Souvenir.

„Das fängt ja gut an“…

Die erste SP-Zeit war mit 3:57 für meine Verhältnisse richtig gut & Eddy hat gleich mit einer 3:49 angefangen.

Dann ist´s passiert…

Warum auch immer bin ich zu früh in die zweite ZK reingelatscht; Eddy ist mir leider gefolgt und wir haben beide die Maximalstrafe von jeweils 20 Minuten kassiert. Trotzdem haben wir in den Prüfungen alles gegeben und gekämpft.

Eddy hatte Betrieb um sich und fuhr eine erneute 3:49er sowie eine 3:46er Runde.

Ich schaffte in Runde zwei eine 3:58 und immerhin in der letzten SP nach einem kleinen Rutscher noch die glatte 4:00. Das lief wirklich gut.

Mit meinem Fehler habe ich Eddy allerdings um den sicheren zweiten Platz gebracht und das tut mir wirklich leid!

Wer selbst Rennen fährt, kann sich im Groben vorstellen wie enttäuscht ich darüber war.

Entsprechend niedergeschlagen war die Stimmung bei uns im Fahrerlager, zumal Hans-Friedrich nach einem Getriebeschaden mitten in der 3. SP ausgefallen war. Immerhin hat Robert die Zündapp ordentlich nach vorne gebracht: Platz 6!

Irgendwann passiert´s ja und nach zehn Rennen mit acht ersten Plätzen war´s vielleicht auch für uns mal an der Zeit.

Ein technischer Defekt wäre mir allerdings sehr viel lieber gewesen.

Wir wären keine Rennfahrer, wenn´s uns egal wäre...

Es dauerte danach eine kleine Weile, aber wir haben doch noch viel gelacht und nach belgischem Apfelkuchen einen wirklich schönen Abend mit fränkischer Worscht & gutem Wein genossen, es soll auch der ein oder andere „Kurze“ am Tisch gesichtet worden sein…

Danke an den Club R.L.M.O.A. - Ligue Motoriste Ourthe-Amblève - für seine tolle Arbeit unter schwierigen Bedingungen!

Merci au Club R.L.M.O.A - Ligue Motoriste Ourthe-Amblève - pour son excellent travail dans des conditions difficiles!

Danke an meine liebe Tischgesellschaft für das gute Essen und für die Aufmunterungen, auch wenn sie nur wenig nützten.

Danke auch an Markus für den Quittentrunk - der war echt lecker.

Mein Ärger bleibt noch ´ne Weile, aber das nächste Rennen kommt!

Es war prima mit euch!

VODKA, TRACTORS, ROCK´N ROLL!

30. Int. Neumarkter Wertungsfahrt

Ein Jahr nicht gefahren und dann solch` ein Brett.

Nach heftigen Starkregenfällen präsentierte sich Neumarkt unter blauem Himmel und in strahlendem Sonnenschein.

Das Fahrerlager befand sich direkt unter´m Zirbitzkogel - nachts mit sternklarem Himmel und Vollmond.

Schöner geht´s wohl nicht.

Gut 120 Starter hatten sich unweit der Sonderprüfung im Fahrerlager eingefunden; bereits am Donnerstag erkundeten wir die lange SP, soweit diese schon erkennbar abgesteckt war.

Ich habe mich sehr gefreut, viele Mitstreiter wieder munter im Fahrerlager anzutreffen!

Von den Anwohnern rund um Mühlen, St. Veit & Neumarkt wurden wir wie immer freundlichst empfangen. Nach einiger Aufregung in unserem Team und etwas Arbeit am Freitag war die Nervosität bei mir offensichtlich; das letzte Rennen lag genau ein Jahr zurück und ich war vor Neumarkt keinen einzigen Meter Enduro gefahren. Locker bleiben - die bayerische Bierruhe meines Mitstreiters hilft dabei.

Trotzdem bin ich schon morgens um sechs die Prüfung abgelaufen...

Allen Endurofreunden rund um das Team Walzer ein herzliches Dankeschön für eure Arbeit!

Es war sicher nicht einfach, diese Veranstaltung zu organisieren.

Die übliche Abnahme war unkompliziert und am Samstag Morgen ging´s für mich mit flauem Magen zum Start - also soweit auch das wie immer. Zwei Tage mit jeweils 2x 50 Kilometern beinhalteten schnellere Passagen und eine knackige Auffahrt, am Ende jeder Runde dann die SP in der Schottergrube. Zwischendurch viele schöne An- und Ausblicke in die Täler; es blieb reichlich Zeit dafür.

Alles war gut zu bewältigen, aber geschenkt gab´s eben auch nichts.

Die Wegmarkierungen waren allerdings teils ungünstig & etwas spärlich platziert - die erste Runde ähnelte einer Orientierungsfahrt.

Vor den Abzweigen im Wald gab´s manch´ wüste Verbremser und die eine oder andere Pirouette zu bewundern...

Die angepeilten sechs Minuten purzelten bereits bei der ersten Durchfahrt der SP und nicht wenige Fahrer kamen nahe an oder schon

unter fünf Minuten durch. Eddy nahm den ersten Platz mit zum Abendessen und ich konnte den 2. Platz in der hubraumoffenen

Viertakt-Klasse erreichen. Für die kleinen Hubräume unter 250cc war diese Prüfung sicher nicht gesteckt.

Roland Kocher, ein Original und einer der bekanntesten Streckensprecher überhaupt, bemerkte in typisch launischer Art den Fitnessstand des Altmeisters:

"Eddy Hau hat nicht mal Schweissperlen im Gesicht - der Zwei-Tagebart ist ihm wohl in der Prüfung gewachsen"

Wie gewohnt brachten uns die beiden japanischen Viertakter zuverlässig ins Ziel und es blieb viel Zeit für den gemütlichen Teil.

Am Sonntag vor 7:00 war schon Betrieb im Fahrerlager; bis 8:45 mussten die Motorräder im Parc Fermé stehen.

Ich ging die Waldetappe etwas flotter an und hatte dann zur SP mehr Biss. Nach der langen Rennpause benötigte ich - wie fast alle anderen Fahrer auch - etwas Eingewöhnung; die Zeiten verbesserten sich später kontinuierlich.

Eddy schrubbte die Sekunden gleich zweistellig: 4:19 mit der ´82er "Blech-XT" (Zitat Roland Kocher) im Vergleich zu 3:37 mit der `90er 2-Taktbombe von Bernie Walzer - unter Berücksichtigung der Motorleistung, der Motorradtechnik und des Fahreralters ziehe ich - wiedereinmal - meinen Helm.

Ich hab den zweiten Platz gehalten und fand mich überraschender Weise auf dem Treppchen wieder.

Ganz sicher lag das an meinem neuen Trikot-Sponsor...

YAMAHA? ...YAMAHA!

In der offenen Viertaktklasse 2x TT350 auf dem Podest, in der Klasse der "Trommelbremser" Platz 1 bis 3: XT550 - was sacht man dazu...

Wir haben uns alle riesig gefreut über die Pokale; dazu gab´s steirische Wildspezialitäten - die Verpflegung für die Heimreise war somit auch im Sack.

Letztenendes kommt's aber - bei allem sportlichem Ehrgeiz - darauf nicht an. Gemeinsam mit den "aktiven Klassikern" das Hobby auszuleben & eine gute Zeit mit Freunden zu verbringen - ein Bier dazu, Benzin reden, a Schnapser´l und an Speck...

DAS ist das Schönste an unserem Classic-Rennsport!

Der Spruch des Tages von Axel: "Ich bin noch nie von so weit oben so weich gefallen".

Am Rande bemerkt...

  • Vor 38 Jahren gewann Eddy Hau auf einer XT550 von YAMAHA Mitsui Deutschland in Neumarkt seinen zweiten EM-Titel gegen die KTM/Rotax-Phalanx.
  • An der SP stand diesmal ein älterer Herr mit einer Kappe. "Is des der Eddy Hau? Jo, Sackra...". So trafen sich nach dieser langen Zeit der ehemalige Werksfahrer und sein damaliger Pensionswirt Franz aus Mühlen. Die beiden haben sich sofort erkannt. Schön, solch ein Wiedersehen beobachten zu dürfen.
  • In einen umgestürzten Baum vor der Steilauffahrt wurde am Freitag Abend noch eine Fahrlücke eingesägt - danke an den "kettensägenden Dämmerungsenduristen".
  • Zum Schutz der zahlreichen Amphibien & Insekten in den Wasserlöchern der Schottergrube Zechner wurde auf eine größere Wasserdurchfahrt verzichtet. Auch wenn diese sehr kurzfristige, kleine Streckenänderung einige Fahrer überraschte: Richtig so!
  • Das tiefste Wasserloch wurde einstimmig in Walter's Pfützerl umbenannt - Baden ist ganzjährig gestattet.
  • Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch das Team HUSQVARNA RACING ZIRBITZKOGEL nimmt ungeahnte Ausmaße an: Bereits zwei Tage vor Rennbeginn gibt´s zum Frühstück Spezialnahrung in Pulverform.
  • Alles ist wohl so gut gelaufen, da wir einen echten GURU zu Besuch hatten.

Es ist einfach eine Schau, wenn Peter die 80er Puch singen lässt, die Viertakthämmer den Schotter wegschaufeln oder der "fränkische Staubsauger" sein Geheul anstimmt. Rundherum viel Spaß, kleinere Dramen & Kämpfe - so muss das sein.

Besonderen Dank gilt den über 40 Grundeignern, den Jagern, den Anwohnern sowie der Familie Zechner & auch dem Landwirt

mit dem schönsten Fahrerlager überhaupt!

Danke an Familie Fischer für gute Bilder, eine schöne Zeit & den besonderen Tropfen!

...und wir lassen´s wieder krachen in Aywaille/Belgien!

VODKA, TRACTORS, ROCK´N ROLL!

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